multinationale Unternehmen, Abkürzung MNU, auch MNCs für englisch multinational companies, umgangssprachlich Multis, Unternehmen, die in

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Begriffsabgrenzung

Neben multinationalen wird auch von internationalen, globalen oder transnationalen Unternehmen gesprochen, wobei die Begriffe oft uneinheitlich verwendet werden. Teilweise werden die Adjektive synonym gebraucht, teilweise werden darunter jeweils ganz spezifische Konzepte international tätiger Unternehmen verstanden. Eine Abgrenzung der

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Entwicklung und Bedeutung

Länderübergreifende Unternehmen waren schon im Mittelalter bekannt. So unterhielt die Bank der Medicis im 15. Jahrhundert von ihrem Hauptsitz in Florenz aus Zweigstellen in zahlreichen anderen Ländern. Im 17. Jahrhundert entstanden große Handelsgesellschaften wie die englische »Ostindische Kompagnie« und die niederländische »Vereinigte Ostindische Kompanie« (gegründet 1600 beziehungsweise 1602; Handelskompanien). Doch zielten diese hauptsächlich auf Handelsgewinne ab und unterhielten keine Produktionsstätten im Ausland. Mit der Errichtung beziehungsweise dem Erwerb von Betrieben im Ausland begannen die ersten Unternehmen ab Mitte

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Theoretische Erklärungsansätze und betriebswirtschaftliche Motive

Im Rahmen der traditionellen Außenhandelstheorie, die von der Annahme vollkommener Märkte (Markt) ausgeht, lassen sich ausländische Direktinvestitionen ebenso wenig erklären wie die Existenz von MNU. Erst mit der Entwicklung der Neuen Außenhandelstheorie (Außenwirtschaft), in der die Annahme vollkommener Märkte aufgegeben und durch neuere Ansätze der Industrieökonomik ersetzt wurde, ergab sich die Möglichkeit einer systematischen Verknüpfung mit dem innerhalb der Theorie der Unternehmung von Peter J. Buckley und Mark C. Casson (1973) entwickelten Internalisierungsansatz. Dieser untersucht die Wirtschaftlichkeit alternativer Transaktionsformen, indem er

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Volkswirtschaftliche und politische Wirkungen

Die Diskussion um MNU ist kontrovers. Am wenigsten umstritten ist ihr Beitrag zur internationalen Arbeitsteilung und zur Ausweitung des Welthandels. MNU sind die Hauptakteure bei der Entstehung weltweiter Märkte (Globalisierung). Sie bestimmen mit ihren Investitions-, Produktions- und Produktentscheidungen zunehmend Charakter und Formen des internationalen Handels. Außerdem spielen sie eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von technischem und betriebswirtschaftlichem Wissen. Direktinvestitionen bedeuten in der Regel auch Transfer moderner Technologien. Probleme entstehen, wenn im Stammland eine Verschlechterung der Wettbewerbsposition durch Abfluss von

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Kontrollmöglichkeiten

Ansatzpunkte zur Begrenzung und Kontrolle der wirtschaftlichen und politischen Macht von MNU bestehen zunächst auf nationaler Ebene. So enthält das deutsche Außensteuergesetz Regelungen zur Vermeidung von Gewinnverlagerungen: § 1 schreibt vor, dass in Geschäftsbeziehungen zwischen Gesellschaften eines MNU die Bedingungen anzuwenden sind, die unter unabhängigen Dritten üblich sind. Das deutsche Wettbewerbsrecht gilt auch für inländische Tochtergesellschaften

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Quellenangabe
Brockhaus, multinationale Unternehmen. http://brockhaus.at/ecs/enzy/article/multinationale-unternehmen