Pakistan, amtlich Urdu Islami Jumhuriya-e Pakistan [-dʒʊm-], deutsch

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Landesporträt

Pakistan ist eine islamische parlamentarische Republik in Südasien mit der Hauptstadt Islamabad. Das Kerngebiet des Landes ist die Tiefebene entlang des Indus, die nach Osten in die Wüste Thar übergeht. Im Norden hat Pakistan Anteil an den Hochgebirgsketten von Hindukusch, Karakorum

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Geografie

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Landschaft

Pakistan grenzt im Westen an Iran, im Nordwesten an Afghanistan, im Norden an China, im Osten an Indien und im Süden an das Arabische Meer.

Mehr als ein Drittel der Staatsfläche nimmt die im Tertiär angelegte Senkungszone des Industieflandes ein. In seinem Norden

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Klima

Pakistan gehört zum subtropisch-kontinentalen Klimabereich mit Monsuneinfluss. Die durchschnittlichen Julitemperaturen betragen

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Vegetation

Mit Ausnahme der Gebirgswälder (oberhalb von 1 000 m über dem Meeresspiegel hauptsächlich

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Seit der Staatsgründung 1947 hat sich die Bevölkerung von 30 Mio. auf 212 Mio. mehr als versiebenfacht. Neben dem natürlichen Bevölkerungswachstum sind dafür der starke Zustrom von Muslimen aus Indien sowie von Kriegsflüchtlingen aus Afghanistan verantwortlich. Die vier Hauptbevölkerungsgruppen, die sich jeweils in verschiedene Stämme und Untergruppen untergliedern und vorwiegend verwandte indoarische Sprachen sprechen, sind die Pandschabi

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Religion

Die Verfassung (Artikel 2) bestimmt den Islam als Staatsreligion, dabei zugleich die Religionsfreiheit garantierend (Artikel 20); »blasphemische Äußerungen über den Islam« können allerdings auf Grundlage eines 1985

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Politik und Recht

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Politik

Nach der Verfassung von 1973 (mehrfach revidiert) ist Pakistan eine föderative islamische Republik mit Mehrparteiensystem. Verfassung und Staatsname betonen die Vorrangstellung des Islam, doch sichert die Verfassung Andersgläubigen die Religionsfreiheit zu. Staatsoberhaupt ist der von Mitgliedern des nationalen Parlaments und der Provinzparlamente auf 5 Jahre gewählte Präsident; er muss Muslim sein. Maximal zwei Amtszeiten sind zulässig. Seit

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Nationalsymbole

Die Nationalflagge wurde am 11. 8. 1947 angenommen und geht auf die Muslimliga zurück. Sie zeigt in der Mitte des grünen Tuchs den weißen steigenden Halbmond und einen weißen

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Parteien

Einflussreichste Gruppierungen im stark zersplitterten Parteiensystem sind die islamisch-sozialdemokratische Pakistan People's Party (PPP, gegründet

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Gewerkschaften

Der größte Dachverband ist die Pakistan Workers' Federation (PWF). Sie entstand

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Militär

Die Gesamtstärke der Freiwilligenarmee beträgt rd. 654 000, die der paramilitärischen Kräfte

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Verwaltung

Pakistan besteht aus 4 Provinzen, jeweils mit einem vom Präsidenten ernannten Gouverneur,

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Recht

Das mehrfach gestufte Gerichtssystem umfasst den Obersten Gerichtshof (zugleich Appellationsgericht), den Scharia-Gerichtshof des Bundes (der über die Vereinbarkeit

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Bildungswesen

Eine allgemeine Schulpflicht besteht nicht, obwohl laut Verfassung eine kostenlose Grundschulbildung garantiert wird. Im Primarbereich (Dauer: 5 Jahre) liegt die Einschulungsrate bei 78 %, in ländlichen Gebieten

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Medien

Die Medienfreiheit in Pakistan wird durch die Grundsätze des Islams und verschiedene Gruppeninteressen, v. a. die des Militärs begrenzt. 

Presse: In Pakistan informieren über 400 Tageszeitungen und etwa

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Pakistan zählt zu den Ländern mit niedrigem Einkommen und rangiert in Südasien, gemessen am Bruttonationaleinkommen (BNE) je Einwohner von (2018) 1 580 US-$, hinter Indien und Bangladesch

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Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist nach wie vor der wichtigste Wirtschaftsbereich; sie beschäftigt rund 42 % der Erwerbstätigen und erwirtschaftet 22,9 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Ein Viertel des Territoriums (22,7 Mio. ha) wird ackerbaulich genutzt; Wiesen und Weiden nehmen eine

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Bodenschätze

Pakistan verfügt über beträchtliche Vorkommen an Erdgas (vor allem am mittleren

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Energiewirtschaft

An der Elektrizitätserzeugung sind Wärmekraftwerke zu 62 % und Wasserkraftwerke (Tarbela, Mangla,

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Industrie

Im industriellen Sektor (mit Bergbau, Energie und Bauwirtschaft) erwirtschafteten 2017 23,7 % der Beschäftigten 17,9 %

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Dienstleistung

Der Dienstleistungssektor beschäftigt (2017) 34,3 % der Erwerbstätigen und liefert über die Hälfte der Bruttowertschöpfung. Wichtige Branchen sind Finanzwirtschaft, Verwaltung, Transportwesen und Kommunikation sowie

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Verkehr

Die Hauptverkehrslinien von Eisenbahn und Straße verlaufen in einem Bogen vom Seehafen Karatschi – dem Indus und Ravi folgend – nach Lahore und weiter am Südrand des Himalaja über die

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Geschichte

Vor dem Hintergrund der Unabhängigkeitsbewegung in Britisch-Indien (Indien, Geschichte) entwickelte zum ersten Mal M. Iqbal als Präsident der

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Von der Staatsgründung bis zur Abspaltung Ostpakistans (1947–71)

Am 14. 8. 1947 wurde Pakistan, einen Tag später die Indische Union im Rahmen des (britischen) Commonwealth unabhängig (beide als Dominions). Im Zuge der Teilung Britisch-Indiens erhielt Pakistan die mehrheitlich muslimischen Gebiete; dabei entstanden die beiden (durch das Territorium der Indischen Union) weit voneinander getrennten Landesteile Westpakistan (v. a. die früheren britisch-indischen Provinzen Sind, North-West Frontier Province, Belutschistan und West-Punjab) und Ostpakistan (Ostbengalen und Teile Assams). Das bis zu diesem Zeitpunkt unter britischem Protektorat stehende Fürstentum Bahawalpur schloss sich Pakistan an. Der

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Die Außenpolitik 1947–71

Die außenpolitische Linie Pakistans war seit seiner Entstehung durch sein gespanntes Verhältnis zu Indien bestimmt, das durch den Streit um Kaschmir zusätzlich

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Von der Regierung unter Z. A. Bhutto zur Militärdiktatur M. Zia ul-Haqs (1971/73–88)

Nach über einem Jahrzehnt der Militärherrschaft baute Bhutto mit der Verfassung von 1973 ein ziviles, nach parlamentarischem Muster strukturiertes Regierungssystem auf, in dem er selbst (1973) das Amt des Premierministers übernahm. Staatspräsident war Fazal Elahi Chaudry (* 1904, † 1982; 1973–78). Bhutto führte eine Bodenreform

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Außenpolitik Pakistans von 1971 bis in die 1990er-Jahre

Außenpolitisch hatte Pakistan nach seiner militärischen Niederlage gegen Indien (1971) mit seinem Austritt aus dem Commonwealth und der SEATO (1972) seine politische Linie in Richtung auf eine größere Distanz zu

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Die Regierungen von Benazir Bhutto und M. M. Nawaz Sharif (1988–99)

Nach dem Wahlsieg der PPP im November 1988 wurde Benazir Bhutto im Dezember erster weiblicher Premierminister in einem muslimischen Land; im August 1990 wurde sie dann aber unter der Beschuldigung des Amtsmissbrauchs und der Korruption vom Staatspräsidenten abgesetzt. Die Wahlen im Oktober 1990 gewann die Islamische Demokratische Allianz; Premierminister wurde M. M. Nawaz Sharif. Seine

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Pakistan unter P. Musharraf (1999–2008)

Der im Mai 1999 vom pakistanischen Armeechef General P. Musharraf lancierte Angriff auf indische Stellungen bei Kargil in Kaschmir überraschte die indische Armee, die sich aber erfolgreich verteidigte. Daraufhin war Musharraf bereit, dem Druck der USA nachzugeben und die Kampfhandlungen einzustellen, bestand aber darauf, dass Nawaz Sharif im Juli 1999 persönlich Verhandlungen mit dem amerikanischen Präsidenten B. Clinton in Washington (D. C.) führte. Auf diese Weise bürdete ihm Musharraf die Verantwortung für den Rückzug auf. Als der Premierminister seinen Armeechef daraufhin entließ,

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Jüngere innenpolitische Entwicklungen

Die Präsidentschaftswahlen am 6. 9. 2008 konnte der Kandidat der PPP, Asif Ali Zardari, klar für sich entscheiden. Der Witwer von B. Bhutto erhielt in der Wahlversammlung insgesamt 481 von 702 Stimmen (Amtsantritt 9. 9. 2008). Im März 2009 erfolgte die Wiedereinsetzung Chaudrys und der anderen Richter des Obersten Gerichtshofs. Am 19. 4. 2010 trat eine Verfassungsreform in Kraft, die u. a. die Befugnisse des Präsidenten stark einschränkte und die Stellung der Provinzen gegenüber der Zentralregierung stärkte. Im Februar 2012 erhob das

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Die Krisenherde Kaschmir und Afghanistan und die Eskalation des Terrors (seit 2001)

Ein Gipfeltreffen mit dem indischen Premierminister A. B. Vajpayee in Agra im Juli 2001 führte trotz vorangegangener Versöhnungsgesten zu keiner entscheidenden Annäherung im Kaschmirkonflikt. Nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. 9. 2001 schloss sich Pakistan auf US-amerikanisches Drängen rasch der internationalen Antiterrorkoalition an (daraufhin Aufhebung der US-Sanktionen von 1998) und wurde – als Nachbarland zu Afghanistan und v. a. jahrelang entscheidende Stütze des dortigen Talibanregimes – zu einem der wichtigsten Faktoren in der am 7. 10. 2001 eingeleiteten amerikanischen Militäraktion. Gegen die Unterstützung der

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Kultur

Die pakistanische Kunst nahm durch die Lage an der Schnittstelle zwischen indischem Subkontinent, Vorderem Orient und Zentralasien indische, persische, afghanisch-paschtunische und arabische Einflüsse auf. Die städtische Induskultur mit Harappa und Mohenjo-Daro gab es schon im 3. Jahrtausend v.Chr. Ihr folgte ab dem 1. Jahrhundert n.Chr. die buddhistische Gandharakunst mit griechischen Stileinflüssen. Seit dem 8. Jahrhundert erlangte der Islam maßgeblichen Einfluss auf die kulturelle Identität des Landes. Unter der

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Literatur

Shaikh, N. A., Trade Liberalization, Welfare and Poverty in Pakistan (Saarbrücken 2014)
Timm, D.
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Quellenangabe
Brockhaus, Pakistan. http://brockhaus.at/ecs/enzy/article/pakistan